Warum ich meinen Account deaktiviert hatte…

Hey!

Endlich bin ich von meiner Bookstagram-pause zurück. Weil ich jetzt schon öfter gefragt wurde warum ich meinen Account deaktiviert hatte, dachte ich mir, dass ich einfach einen blogpost dazu schreibe, statt stundenlang eine Story zu drehen, bei der ich meistens sowieso immer schnell vom Thema abkomme…

Also: ich habe aus mehreren Gründen eine kleine Pause eingelegt. Grund Nummer eins ist meine Klausurenphase, in der ich absolut keine Zeit hatte mich auch noch ums Fotos machen zu kümmern. Nummer zwei ist die sinkende Followerzahl gewesen. Okay ich weiß natürlich, eigentlich sagt das ja gar nichts aus und man sollte sich normalerweise überhaupt nicht darauf konzentrieren, aber irgendwie geht eine sinkende Anzahl an Followern auch Hand in Hand mit der sinkenden Anzahl an Kommentaren unter den Bildern und damit geht auch der Austausch nach unten. Und gerade das liebe ich an Instagram so. Außerdem war ich von meinem eigenen Account gelangweilt – das mit meinem dritten Grund zusammenhängt: die fehlende Inspiration.

Wisst ihr, ich mache Bookstagram mittlerweile schon seit fast drei Jahren und zwar ununterbrochen. Ich glaube tatsächlich es gab in dieser Zeit keinen einzigen Tag an dem ich nicht auf Bookstagram war und mir andere Accounts und Bilder angeschaut hab, Stories verfolgt und unter Beiträgen kommentiert habe. Dazu habe ich außerdem ja noch selbst Fotos gemacht – eine Zeit lang sogar jeden Tag, damit ich ja täglich etwas posten konnte. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie viel Arbeit hinter diesem Account steckt. Ich könnte es vermutlich auch nicht, wenn ich nicht selbst stundenlang Bilder gemacht, bearbeitet und durchgeplant hätte und mir dann noch eine passende Bildunterschrift ausdenken hätte müssen. Da stecken mittlerweile wahrscheinlich weit über tausend Stunden Arbeit drin, immerhin mache ich das ganze ja auch schon ein Weilchen.

Allerdings will ich das ja auch gar nicht so betrachten, weil Bookstagram ja sozusagen mein Hobby ist. Und genau hier liegt auch mein Problem – als ich hiermit angefangen habe, habe ich mir immer geschworen, dass es dies auch bleiben wird – ein Hobby. Sobald mein Account zu einer Last wird und ich bemerke, dass ich mich selbst dazu zwingen muss etwas hochzuladen, nur damit ein neues Bild online ist, wollte ich meine Seite sofort auf Eis legen. Jetzt ist eben genau das passiert. Ich denke, dieses Problem hängt auch damit zusammen, dass ich mittlerweile sehr viel weniger lese als ich es am Anfang getan habe. Ich habe einfach gemerkt, dass meine Bildunterschriften absolut nichts mehr mit dem Bild selbst zu tun hatten, obwohl darauf meistens trotzdem ein Buch abgebildet war. Irgendwie kam ich mir dabei aber ein bisschen blöd vor. Also habe ich kurzerhand meinen Accountnamen geändert und versucht, meinen Account ein wenig allgemeiner, nicht nur auf Bücher bezogen, zu halten. Aber auch das hat sich trotzdem immer noch wie ein Zwang angefühlt, also habe ich kurzerhand beschlossen den Account zu deaktivieren, bis ich weiß wie es weitergeht.

Dazu kommt auch noch das ich null Ideen was neue Bilder betrifft hatte. Und was eben noch hinzukommt – je mehr mein Account wächst umso mehr Leute aus meinem Alltag, mag das jetzt aus der Schule oder von wo anders sein, entdecken ihn. Und um ehrlich zu sein finde ich das ein wenig furchteinflößend. So komisch das vielleicht klingen mag, mein Account war immer der Ort an dem ich ich selbst sein konnte, wo mich niemand für das verurteilt hat was ich bin – ganz im Gegenteil zu meinem normalen Alltag, wo ich ständig das Gefühl habe jemand anderes sein zu müssen, nur damit die Leute mich mögen und akzeptieren. Je mehr Mitschüler jetzt von dem Account wissen, desto mehr Leute lesen meine Beiträge und können sich über mich lustig machen – auch wenn das vielleicht seltsam erscheinen mag, das will ich eben auf gar keinen Fall. Und es gibt genug Leute, die sich über meine Hobbies lustig machen würden. Genau aus diesem Grund habe ich den Account auch so lange vor so vielen versucht geheim zu halten. Nicht weil er mir peinlich wäre, auf keinen Fall, sondern einfach weil ich nicht verurteilt werden möchte für das, was ich gerne mache. Und nicht jeder den ich kenne würde das akzeptieren. Dabei ist es eigentlich doch total bescheuert, ich meine was ist denn am Lesen so anders als am Fußballspielen? Beides sind normale Hobbies.

Und trotzdem bekomme ich SO OFT mit, wie Leute sagen „Wie kann man nur in seiner Freizeit freiwillig Lesen? Mir reichen schon die Schullektüren.“ Ich halte in diesen Momenten dann einfach die Klappe. Und warum? Weil ich Angst davor habe als „uncool“ oder „Streber“ abgestempelt zu werden. Gleichzeitig denke ich mir aber auch einfach nur, dass das ein unglaublich dummer Gedanke ist. Ich meine hallo? was ist denn so dramatisch daran, wenn ich in meiner Freizeit eben lieber Harry Potter lese anstatt draußen auf einem Feld zu stehen und einem Ball hinterherzujagen. Manchmal könnte ich mich aber wirklich selber dafür Ohrfeigen, weil mir natürlich bewusst ist, dass man sich absolut nicht dafür Schämen sollte, wenn es einem Spaß macht. Drüber stehen kann ich aber trotz allem nicht. Und warum sollte jemand, der viel liest, automatisch langweilig, prüde und streberhaft sein? Ich lese ja wohl keine Lexika, sondern ganz normale Bücher – aber selbst wenn ich Sachbücher lesen sollte, sagt das ja wohl kaum etwas darüber aus, ob man mit mir Spaß haben kann. Trotzdem wird man oft ein bisschen schräg angeschaut, wenn man selbst erzählt, dass man viel liest.

Oh wow, ich komme wirklich sehr schnell vom Thema ab. Was die Zukunft meines Accounts betrifft: Ich werde meinen Account in Zukunft ein wenig anders gestalten. Oder vielleicht trifft „anders“ es nicht so ganz. „Lockerer“ wäre vielleicht eine passendere Bezeichnung. In Zukunft werde ich jetzt also einfach über alles, was mich beschäftigt schreiben und posten. Vor einer Weile hatte ich sowas ja schonmal ausprobiert, dieses Mal wird es aber wahrscheinlich noch mehr so sein, dass ich eben auch über anderes blogge. Also werde ich zum Beispiel nicht mehr nur über Bücher, sondern auch über Serien & Musik (was ich ja bereits vorher schon getan habe) sowie Traveling und fashion und auch weiterhin übers bullet journaling posten. Das betrifft übrigens sowohl diesen Blog, wo ich das ja auch weitesgehend schon getan habe, als auch meinen Instagram Account. Ich hoffe wirklich, dass ich dadurch einiges ändern kann und ich dadurch den Spaß an der Sache wieder finde. Natürlich hatte ich immer Spaß, meinen Account zu betreiben, aber mitunter hat sich mit der Zeit auch eben dieses Pflichtgefühl, dass ich unbedingt etwas posten „muss“ gemischt. Das will ich eben wieder loswerden.

Okay, das war jetzt ein ziemlich langer Aufsatz, haha. Alles in allem bin ich aber trotzdem glücklich, wieder Teil der bookstagram comunity zu sein und ich freue mich total auf eure Kommentare. Denn eines sollte man wirklich NIE vergessen – bei Bookstagram, oder auch bei allen Instagram accounts – geht es eigentlich nicht darum, die meisten Likes oder Abonennten zu bekommen – es geht immer um den Austausch untereinander. Genau deshalb, liebe ich diese Platform auch so. Es geht darum, miteinander über ein Buch zu schwärmen, sich von anderen Leuten inspirieren zu lassen und seine Ideen mit anderen zu teilen. Also vergesst das nie!

~Louisa

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